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  1. #1
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    Doping im Eishockey - Fall Florian Busch

    Zum Fall Busch wurde ja schon viel gesagt. Da dieses Thema womöglich drastische Konsequenzen für das gesamtdeutsche Eishockey haben könnte spreche ich es hier an.

    Das Thema ist viel zu ernst - als dass man es unter den Teppich kehren sollte. Was bei solchen Verhaltensweisen passieren kann sieht man ja derzeit beim Thema Skandal bei der Deutschen Telekom!

    Dass da eindeutig etwas "faul" ist kann man unschwer erkennen. Da muss man sich nur als Beispiel die Aussagen ansehen wie viele Minuten vergingen bis man jemanden anrief, bis eine neue Kontrolle statt fand, wen man anrief, und und und ... teilweise sind die Diskrepanzen in den dargestellten Aussagen enorm.


    Diese E-Mail ging wenige Tage nach dem Treffen von DEB und NADA in Anwesenheit des DOSB an den DEB. Bisher gab es dazu keinerlei Antwort. Möglicherweise sind die zugrundeliegenden Sachverhalte doch so schwerwiegend, dass eine Antwort vermieden wird. Aus diesem Grund erlaube ich mir dies noch einmal offen darzustellen:


    An: gisela.knoeferl@deb-online.de


    Sehr geehrter Herr Reindl,

    die bisherigen Abläufe im „Fall Busch“ haben zu einer Reihe von – klar erkennbaren und den Medien zu entnehmenden – Auffälligkeiten geführt, die – zumindest bisher - offensichtlich aber nicht in die Betrachtung der Gesamtsituation einbezogen worden sind. Im Sinne einer ganzheitlichen und alle Facetten beleuchtenden Vorgehensweise wird im folgenden – im Sinne der Gesamtaufklärung – die Gesamtsituation noch einmal aufgegriffen:

    1. Ausgangslage

    * Am 6. März 2008 hat der Spieler Florian Busch der Eisbären Berlin einen unangemeldeten Dopingtest verweigert. Dies – wie den Medien zu entnehmen - sowohl mündlich wie auch schriftlich. Mit der Verweigerung der Dopingprobe war der Spieler Busch darüber informiert, dass diese Verweigerung als positiver Dopingtest gilt.


    * Erst am 14. April 2008 hat der Deutsche Eishockeybund (DEB) bekannt gegeben, dass es diese – als positiver Dopingtest geltende - Verweigerung überhaupt gegeben hat – de facto hat der DEB dies also bis zu diesem Zeitpunkt zumindest gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen. Gleichzeitig wurde verbreitet, dass der Spieler Florian Busch angeblich aus einer „Stresssituation“ heraus und unüberlegt gehandelt hätte, dieser seinen „Fehler“ eingesehen hätte sowie es fünf Stunden später einen Dopingtest mit negativem Ergebnis bei dem Spieler Busch gegeben hätte.


    * Seitens des DEB wurde dann innerhalb weniger Tage ein Verbandsgericht (DEB Missed Test Policy Gremium) eingesetzt, dass den Spieler Florian Busch am 16. April 2008 auf der Basis des Tatvorwurfs eines „Missed Tests“ mit einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit bestrafte. Der DEB tat dies, obwohl diesem eindeutig bekannt und bewusst war, dass tatsächlich ein „verweigerter Dopingtest“ vorlag.


    * Der DEB gab über seinen Vize-Präsidenten Harnos bekannt, dass die Deutsche Eishockey Liga (DEL) und die Eisbären Berlin von Anfang an über sämtliche mit dem verweigerten Dopingtest des Spielers Busch zusammenhängenden Sachverhalte und Vorgehensweisen informiert waren.


    * Der Spieler Florian Busch nahm nach dem 6. März 2008 unverändert am Spielbetrieb der DEL teil und war in den Play-Offs einer der entscheidenden Spieler, die den Gewinn des Deutschen Meistertitels 2008 durch die Eisbären Berlin möglich gemacht hat. Darüber hinaus nahm der Spieler Florian Busch an der IIHF-A-WM 2008 in Kanada teil und wurde dafür vom Internationalen Eishockey-Verband (IIHF) zugelassen. Der IIHF begründet die Zulassung des Spielers Busch zur A-WM auch damit, dass man sich voll hinter die Entscheidungen seines Mitgliedsverbands DEB im „Fall Busch“ stelle.


    * Von der NADA angeforderte Unterlagen zu der Unterwerfung des DEB unter den NADA Code und die Umsetzung der entsprechenden Richtlinien wurden vom DEB vor der IIHF-A-WM verweigert und es wurde avisiert, diese Unterlagen der NADA erst nach dem WM-Turnier zur Verfügung zu stellen. Der NADA wurde somit die Möglichkeit der sofortigen Prüfung der einlegbaren Rechtsmittel verweigert.



    Fragen und Feststellungen zu diesen Vorgängen:

    - Wie waren die genauen Abläufe zum einen der Verweigerung des (von der NADA beauftragten) Dopingtests wie auch der Organisation und Durchführung von dem dann fünf Stunden später durch den DEB in Auftrag gegebenen Dopingtest? Wen hat der Spieler Busch zuerst über dessen Dopingtestverweigerung informiert? Wer hat dann den DEB informiert – waren hier direkt oder indirekt mit den Eisbären Berlin und/oder der DEL verbundene Personen beteiligt? Wer hat seitens des DEB dann den neuen Dopingtest beauftragt? Inwiefern haben hier die Eisbären Berlin und/oder die DEL eingewirkt oder daran teilgenommen?


    - Wurden die Aussagen und Angaben des zuständigen Kontrolleurs eingeholt und festgehalten? Wie lauten diese im Detail?


    - Wie kam es dann zu der erst am 14. April 2008 seitens des DEB bekannt gegebenen Meldung über den verweigerten Dopingtest? Hat der DEB dies erst bekannt gegeben, als die Veröffentlichung des Vorgangs von Dritter Seite drohte? Durch wen oder was drohte diese Drittveröffentlichung? Wer war daran beteiligt, dass dieser de facto positive Dopingtest des Spielers Busch zumindest vorerst verschwiegen wurde? Waren daran auch Eisbären Berlin und/oder DEL direkt oder indirekt beteiligt – oder haben gar in der Sache Einfluss genommen oder zumindest Einfluss zu nehmen versucht?


    - Das zuständige Schiedsgericht des DEB, das den Spieler Florian Busch dann mit einer sehr weichen Strafe auf der Basis einer bekannt unrichtigen Tatbestandsbeurteilung verurteilte, war besetzt durch hochrangige Verbandsoffizielle des DEB. Hierzu zählten der DEB-Präsident Esken, der DEB-Vize-Präsident Harnos, IIHF-Council-Mitglied Dr. Beate Grupp, Mannschaftsarzt Dr. Andreas Gröger und der DEB-Anti-Doping-Beauftragte Michael Pfuhl. Eine „neutrale“ Besetzung dieses Gremiums kann also nicht festgestellt werden - es handelte sich im Gegenteil dazu um einen recht eindeutig aktiv mit den auch davor und danach stattgefundenen bzw. stattfindenden Vorgängen befassten Personenkreis. Dieses deshalb eindeutig nicht neutrale Verbandsgericht entschied auffälligerweise auch noch unmittelbar nach der übereilt formuliert wirkenden Pressemitteilung des DEB, mit der der „Fall Busch“ öffentlich bekannt wurde. Warum hat man seitens des DEB so überstürzt gehandelt und warum hat man das entsprechende Verbandsgericht nicht tatsächlich neutral besetzt? Gab es hierzu Abstimmungen mit der DEL, den Eisbären Berlin oder z.B. auch dem DOSB oder der NADA?


    - Hat das Verbandsgericht des DEB deswegen so kurzfristig im „Fall Florian Busch“ entschieden, damit dieser an der Finalserie der Eisbären Berlin in der DEL weiter eingesetzt werden konnte?


    - Da die Eisbären Berlin und auch die DEL mit dem verweigerten Dopingtest davon wussten, dass dieser als positiv getesteter Spieler angesehen werden musste stellt sich die Frage, warum die Eisbären Berlin und/oder die DEL nicht den Spieler Busch ab dem 6. März 2008 mit eigenen Sperren belegt haben?


    - Es entsteht ableitbar durchaus der Eindruck, dass DEB, DEL und Eisbären Berlin den „Dopingfall Busch“ in gegenseitiger Abstimmung nicht bekannt gegeben und auch nicht geahndet haben. Entspricht dies den üblichen Vorgehensweisen bei DEB, DEL und Eisbären Berlin?


    - Hinsichtlich des Verhaltens und der Informationspolitik des DEB mit der NADA kann ableitend der Verdacht aufkommen, man hätte sich seitens des DEB über die Zeit der WM in Kanada hinwegretten sollen, an der der Spieler Busch teilnehmen sollte. Hier stellt sich die Frage, wer die treibende Kraft und was die Gründe dafür waren?



    2. Eskalation während der IIHF-A-WM in Kanada:

    * Die Nationale Doping Agentur (NADA) hat gegen das – dem DEB von vorne herein als auf einer unrichtigen Basis bekannte – Urteil protestiert und die weltweite Dachorganisation WADA darüber informiert. Die WADA hat den IIHF und den DEB zu einer Sperre des Spielers Busch aufgefordert. Der IIHF hat dies nicht getan und auch der DEB hat den Spieler Busch nicht von sich aus aus dem Spielbetrieb genommen.


    * Am 5. Mai 2008 hat die NADA unter anderem wegen des „Falls Busch“ den Doping-Kontrollvertrag mit dem DEB gekündigt. In der Folge wäre zum Beispiel eine Teilnahme von DEB-Mannschaften an den Olympischen Spielen nicht mehr möglich gewesen.


    * Trotz dieser Maßnahme blieb der Spieler Florian Busch im Spielbetrieb der IIHF-A-WM in Kanada, da die IIHF sich mit der Begründung, dass die nationalen Rechtsmittel in Deutschland noch nicht voll ausgereizt seien, seinerseits nicht zu einer Sperre für den Spieler Busch genötigt sah. Der Spieler blieb wegen des ursprünglichen Urteils des DEB weiter spielberechtigt. Der DEB täuscht Unverständnis vor, dass die NADA national keine Rechtsmittel eingelegt hat und versucht dies als Legitimierung der eigenen Position darzustellen. Die NADA teilte mit, dass sie selbst nicht berechtigt sei, im vorliegenden Fall Rechtsmittel einzulegen – dies vor allem da der DEB sich noch nicht in der Satzung dem NADA-Anti-Doping-Code unterworfen hat.


    * Der DEB teilte auf einer Pressekonferenz in Halifax/Kanada mit, dass man das eigene Urteil als weiterhin richtig zustande gekommen ansähe, sich aber dem Urteil des „ad hoc Schiedsgerichts des DOSB“ unterwerfen würde und die NADA dieses anrufen solle. Des Weiteren wolle man sich am 16. Mai 2008 – also nach der Zeit in der die deutsche Nationalmannschaft mit Florian Busch im Turnier war – in Deutschland mit NADA und DOSB zusammensetzen. Bereits mit dieser Pressekonferenz hat sich abgezeichnet, dass sich der DEB der NADA unterwerfen wird.

  2. #2
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    Teil 2

    Da es insgesamt zu lang war hier die Ergänzung zum vorherigen Text:

    Fragen und Feststellungen zu diesen Vorgängen:

    - Warum hat es der DEB der NADA und damit auch der WADA erschwert bzw. hinausgezögert, den Stand der satzungsmäßigen Umsetzung des Anti-Doping-Codes in die Satzungen von DEB direkt ermitteln zu können? Mit Datum vom 6. März 2008 hatte die NADA in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass sämtliche nationalen Sportverbände hinsichtlich der notwendigen Satzungsänderungen bzw. Einbettungen des Anti-Doping-Codes in deren Satzungen von der NADA informiert und mit Beispielen beliefert worden sind. Wusste der DEB daher in Verbindung mit den ebenfalls am 6. März 2008 erfolgten Vorfällen in dem „Fall Busch“ um eigene Versäumnisse, nicht erfüllte Anforderungen bzw. auch mögliche Strafmaße bis hin zu Kündigung der Doping-Kontrollvereinbarung durch die NADA und die Einfrierung und Rückforderung von Fördermitteln auf Anraten der NADA? War der DEB ableitbar also auch wegen eigener Versäumnisse in diesem Bereich „motiviert“, den „Fall Busch“ „verschwinden zu lassen“? Schließlich wäre dies im Rahmen einer rechtmäßigen Sperre von Busch sicherlich hochgekommen. Waren diese – dem DEB anzulastenden - Versäumisse möglicherweise auch Dritten bekannt, die im gegebenen Fall auch Informationen zu satzungsmäßigen Umsetzungen von der NADA erhalten hatten – wie zum Beispiel die DEL? Hat dies zu der Urteilsfindung und allgemeinen Vorgehensweise des DEB im „Fall Busch“ beigetragen – wurde also unter Umständen sogar diesbezüglich auf den DEB zur Erlangung einer bestimmten Vorgehensweise eingewirkt? Die dargelegte NADA-Pressemitteilung vom 6. März 2008 ermöglicht zumindest den Anfangsverdacht.



    3. Abläufe nach der IIHF-A-WM in Kanada:

    * Direkt am 16. Mai 2008 hat der DEB in – recht überschaubaren weil insgesamt trotz der Komplexität nur dreistündigen –Gesprächen mit der NADA und dem DOSB eingestanden, den „Fall Busch“ falsch bewertet zu haben. Festzuhalten ist, dass dem DEB bereits vor dem eigenen Urteil im „Fall Busch“ klar war, dass man den Spieler Florian Busch hätte wegen des Vorliegens eines verweigerten Dopingtests für zwei Jahre hätte sperren müssen – mit der Option zur Verkürzung auf ein Jahr. Der DEB hat also ein „Schuldeingeständniss“ abgelegt.


    * Der DEB unterwirft sich dem Urteil des von der WADA angerufenen „ad hoc Schiedsgerichtes des DOSB“, auch die NADA wird dessen Urteilsspruch akzeptieren. Der Spieler Florian Busch wird nun auf einmal – wie eigentlich schon ab dem 6. März 2008 verpflichtend gewesen wäre – bis zu einem Urteilsspruch auf der Ebene des DEB gesperrt.


    * Gleichzeitig hat der DEB eingestanden, die DEL nicht zu einer Sperre von Busch verpflichten zu können, da dies der entsprechende Kooperationsvertrag nicht regeln würde. Auch auf der Ebene der DEL hätte der Spieler Busch ab dem 6. März 2008 gesperrt sein müssen, stattdessen hat dieser – ohne dass es auf der Ebene der DEL zu einer eigenständigen Verhandlung in der Sache gekommen wäre – in den Play-Offs der DEL einen entscheidenden Anteil am Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2008 der Eisbären Berlin und machte das „Championship Winning Goal“.


    * Nach der IIHF-A-WM in Kanada wird bekannt, dass das NHL-Team der Nashville Predators den Spieler Busch verpflichten will, aufmerksam sei der NHL-Club auf Florian Busch ausgerechnet bei den DEL-Play-offs und der IIHF-A-WM in Kanada geworden (das NHL-Franchise der Nashville Predators war/ist für einen Umzug nach Kansas City vorgesehen, dort hat der Eisbaeren-Eigner eine Multifunktionshalle errichtet und betreibt diese auch). Da der Spieler Busch noch einen laufenden Spielervertrag bei den Eisbären Berlin hat, werden die Eisbären Berlin mindestens einen Betrag von Euro 150.000,-- als Ablösesumme erhalten – ein im deutschen Eishockey allgemein und auch in der DEL nicht unbedeutender Geldbetrag zur Finanzierung einer Saison.

  3. #3
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    Teil 3

    Hier nun der letzte Teil - einfach damit man die Übersicht behält und da er aufeinander aufbaut.

    Fragen und Feststellungen zu diesen Vorgängen:

    - Hat der DEB versucht, den „Fall Busch“ in seiner gesamten Aufklärung und auch der richtigen rechtlichen Würdigung des verweigerten Dopingtests des Spielers Florian Busch auf den Zeitraum nach der IIHF-A-WM in Kanada zu „verzögern“? Schließlich hat der DEB am 16. Mai 2008 ohne sichtbares Zögern die eigene, bewusste Schuld eingestanden.


    - Offensichtlich wurde in dem Gespräch von DEB/NADA/DOSB am 16. Mai 2008 auch thematisiert, wie der Urteilsspruch des „ad hoc Schiedsgerichts des DOSB“ auf die DEL angewandt werden kann. Wie anders sollte es beurteilt werden, dass in der Presseerklärung des DOSB zu diesem Treffen klar dargelegt wurde, dass der DEB keine Durchgriffssperre auf die DEL im „Fall Busch“ durchsetzen kann. Dies deutet klar darauf hin, dass seitens NADA und DOSB auch erwartet wird, dass die DEL sich dem Urteil des „ad hoc Schiedsgerichts des DOSB“ unterwirft.


    - Im – zu erwartenden – Fall eines Urteils des „ad hoc Schiedsgerichts des DOSB“, wonach der Spieler Florian Busch ab dem 6. März 2008 für den Zeitraum von zwei Jahren (mit der Option auf Verkürzung auf ein Jahr) zu sperren ist, kann dies nicht ohne Wirkung auf dessen Spielberechtigung in der DEL haben – dies wegen der fehlenden Sperren von Eisbären Berlin und/oder DEL für den Spieler Busch auch rückwirkend bis zum 6. März 2008. Wie stehen die Eisbären Berlin und auch die DEL dazu?


    - Da der größte Nutzen für die - bisher – ausgebliebene Sperre des Spielers Florian Busch neben diesem selber vor allem bei den Eisbären Berlin liegt (die durch dessen Mitwirken nicht nur die Meisterschaft 2008 gewonnen, sondern sich dadurch auch für die direkte Teilnahme an der CHL qualifiziert haben plus eine sehr bedeutende Ablösesumme für Busch aus der NHL erhalten können), ergibt sich die ableitbare Frage, ob und inwieweit die Eisbären Berlin und auch die DEL direkten oder indirekten Einfluss auf die Vorgehensweise des DEB hatten und gegebenenfalls auch haben?


    - Es ist durchaus verwunderlich, dass sich der DEB vornehmlich von dem Geschäftsführer des DEL-Clubs Kölner Haie, wie auch vom Geschäftsführer der DEL als alleinverantwortlich im Fall Busch darstellen lässt. Die dargelegten Eindrücke ergeben ein anderes Bild. Warum also nimmt der DEB hinsichtlich der Verhaltensweisen der DEL nicht deutlich Stellung – vor allem auch vor dem Hintergrund der unterlassenen eigenen Sperre der DEL im „Fall Busch“? Hat die DEL ableitbar „Druckmittel“ gegenüber dem DEB?


    - Es ist ebenso durchaus verwunderlich, dass nach der Bekanntgabe des „Falls Holland“ vor dem Spiel gegen die USA bei der IIHF-A-WM ein mehr als professionell organisierter und vorgetragener „Protest“ angeblicher deutscher Fans sehr deutlich sichtbar lanciert wurde. Nicht der Protest selbst unter Benennung des „Schuldgeständigen“ DEB-Generalsekretärs ist dabei das verwunderliche – sondern die Professionalität der genutzten Plakate und die zugehörige „Choreografie“ – inklusive der Platzierung in der WM-Arena von Halifax. War dies eine Aktion, bei der versucht wurde, dem DEB endgültig und allein den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben? Wer steckte hinter dieser Aktion? Interessant ist dabei auch, dass die DEL seit langem vor haben soll, dem DEB die Verantwortung über die Nationalmannschaft abzunehmen und diese bei der DEL anzusiedeln. Gibt es hier Zusammenhänge? Ein demontierter DEB würde sicher auch die Unterstützung der Landesverbände verlieren, eine ESBG wäre sicher rechtlich der DEL angliederbar und ein Wegfall des gesamten DEB würde dann doch sicher als „hinnehmbare“ Einstellung eines nur Kosten verursachenden, ansonsten sinnentleerten Vereins darstellbar sein?


    - Wie werden entsprechende Sanktionen gegen die Eisbären Berlin und/oder die DEL aussehen können? Da die DEL laut den Aussagen der DEL auf deren Internetseite plus im Kooperationsvertrag eindeutig nicht unabhängig von den Entscheidungen in und um den DEB ist, können sich weder die Eisbären Berlin noch die DEL einem entsprechenden Urteilsspruch des „ad hoc Schiedsgerichts des DOSB“ verweigern. Dies auch, da ansonsten der DEB zumindest der DEL die Anerkennung als höchste deutsche Eishockey-Liga, die Ausspielung des Titels „Deutscher Meister“ sowie das Recht zur Entsendung von Clubs in die CHL des IIHF absprechen kann. Dazu kann der DEL – wie schon früher erfolgt – der Status einer nicht von der IIHF anerkannten „Wilden Liga“ drohen, deren Spieler nicht mehr für ihre Nationalmannschaften starberechtigt wären. In jedem Fall kann sich die DEL nicht mit dem Hinweis, sie sei ein vom DEB vollkommen unabhängiges Wirtschaftsunternehmen, dass eigene Regeln hätte, entziehen. Der Status als Wirtschaftsunternehmen sollte allerdings ein Ansatz für (kartell-)rechtliche Prüfungen sein, vor allem wenn die DEL und/oder die Eisbären Berlin auf die ursprüngliche Urteilsfindung des DEB – bzw. dem eindeutigen Versuch diesen de facto Dopingfall zu verschweigen – direkt oder indirekt Einfluss genommen haben sollte.


    - Es muss von den Eisbären Berlin und der DEL erwartet werden, das diese sich bereits jetzt und vorab dem Urteilsspruch des „ad hoc Schiedsgerichtes des DOSB“ unterwerfen, egal wie dieses lautet. Bestätigt dieses Schiedsgericht dann die Position von NADA und WADA ist der Spieler Florian Busch rückwirkend ab dem 6. März 2008 zu sperren. Während dies international für die abgelaufene IIHF-A-WM in Kanada aufgrund der erfolgten Prüfungen und Freigaben durch den IIHF möglicherweise keine Folgen hat, können sich die Eisbären Berlin und auch die DEL nicht darauf berufen, da sie den Spieler Busch nach eigenen Prüfungen hätten sperren müssen, ihnen war die Rechtslage voll bekannt und bewusst.


    - Im zu erwartenden Fall des Urteilsspruchs wären somit alle Spiele der Eisbären Berlin ab dem 6. März 2008 wegen des Einsatzes des nicht spielberechtigten Spielers Florian Busch mit 0:5 gegen die Eisbären Berlin zu werten. Während dies für das letzte DEL-Spiel der Eisbären keine Auswirkung auch auf die Gesamttabelle hätte, wären doch alle Spiele der DEL-Play-Offs 2008 für die Eisbären als verloren zu werten.


    - Im besagten Fall wird die DEL einen glaubwürdigen Lösungsweg beschreiten müssen, der sicherlich den Verlust des Titels „Deutscher Meister 2008“ für die Eisbären Berlin bedeuten muss – diese haben schließlich bewusst das Risiko um den Einsatz von Florian Busch in Kauf genommen. In diesem Zusammenhang gibt es an sich nur die Möglichkeit, entweder die Kölner Haie – als Finalteilnehmer der DEL-Play-Offs - zum Deutschen Meister 2008 zu erklären oder aber die gesamten DEL-Play-Offs 2008 zu annullieren und die DEL-Hauptrundentabelle als Entscheidungsgrundlage zu nehmen. In diesem Fall wären die Sinupret Ice Tigers aus Nürnberg zum „Deutschen Meister 2008“ zu erklären. Der direkte Startplatz in der CHL und auch der Qualifikationsstartplatz in der CHL wären dann analog zu vergeben.


    - Abschließend muss eine nochmalige Überprüfung der Verweigerung des Dopingtests durch den Spieler Busch erfolgen. Der erfahrene Nationalspieler Busch, der zuvor bereits mehrfach kontrolliert wurde, wusste ganz genau, dass eine Verweigerung eines Dopingtests gleich einer positiven Dopingprobe ist – mit allen Folgen für ihn selbst. Eine „Stresssituation“ dürfte kaum ausreichend gewesen sein dafür, dass Busch sowohl mündlich wie schriftlich den Dopingtest verweigert hat – Busch wusste schließlich, dass ihn dies die Teilnahme an den DEL-Play-Offs, der WM und damit auch den sicherlich schon damals „winkenden“ NHL-Vertrag kosten könnte. Welchen Grund könnte er also wirklich gehabt haben, um den Dopingtest zu verweigern?


    Diese Fragen vor dem Hintergrund der dargelegten Sachverhalte und Entwicklungen sind sicherlich nicht einfach von der Hand zu weisen und sollten von den zuständigen Stellen beantwortet werden. Dies ist sicherlich im Interesse aller – derartige Vorfälle müssen zum Schutze des gesamten deutschen Eishockeys rückhaltlos und unter klarer Benennung der Verantwortlichen aufgearbeitet werden.
    Quelle: ESBG - Forum

  4. #4
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    doping im spitzensport ist seit vielen jahren gang und gebe.

    bestreiten tut es aber erst mal jeder.

  5. #5
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    Das ist wohl wahr - nur muss man umso mehr dagegen etwas tun.

    Scheinbar merkt man aber nicht was die Geschichte an sich für Auswirkungen haben könnte. Ein Spieler drückt sich vor einer Dopingprobe (wo er ja bereits schon mehrfach kontrolliert wurde und wissen muss was manches Verhalten auch für Konsequenzen nach sich ziehen könnte), sein Verein EHC Eisbären wird informiert, die DEL ist informiert. TROTZDEM - obwohl man weiß was auf einen zukommen kann - wird es vertuscht, der Spieler weiterhin eingesetzt! Der DEB handelt nach eigenem Ermeßen, wie es gerade passt und das, obwohl man auch weiß wie die Statuten der NADA sind und was passieren kann, wenn man eigenmächig handelt - eben die Aberkennung und somit keinerlei Startmöglichkeiten einer Deutschen Mannschaft mehr bei bspw. Olympischen Spielen !!!! Mal besagt der Kooperationsvertrag das eine zwischen DEL und DEB, mal etwas anderes. Je nachdem, wie die DEL es gerade braucht.

    Der Spieler selbst soll dann auch noch nächstes Jahr eventuell in die NHL wechseln - zufälligerweise besteht auch dort wieder eine Verbindung zu seinem eigentlichen Verein - soll dem Verein selbst dann auch noch eine enorm hohe Ablösesumme bescheren, schießt das entscheidende Tor zur Meisterschaft?

    Ein bisschen zuviele "Zufälle". Vor allem wenn man mal bedenkt, dass in den letzten Jahren eben genau diese Eisbären das Geschehen in der DEL fast von alleine lenken wie sie wollen (Wer hatte Auf- und Abstieg angeregt abzuschaffen? Wer kümmerte sich einen Dreck um Nachwuchsspieler, ändert dies, um dann mit dem Finger auf andere zu zeigen? Und und und ...)

    Dem Eishockeysport tut man mit alledem jedenfalls keinerlei Gefallen. Ganz im Gegenteil!

  6. #6
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    Interessant ist auch ...

    Eines in der ganzen Geschichte ist auch wahrlich interessant:

    * Seitens des DEB wurde dann innerhalb weniger Tage ein Verbandsgericht (DEB Missed Test Policy Gremium) eingesetzt, dass den Spieler Florian Busch am 16. April 2008 auf der Basis des Tatvorwurfs eines „Missed Tests“ mit einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit bestrafte. Der DEB tat dies, obwohl diesem eindeutig bekannt und bewusst war, dass tatsächlich ein „verweigerter Dopingtest“ vorlag.

    Das wurde ja bereits schon gesagt zur Ausgangslage.

    Schaut man sich nun die Zusammensetzung des Missed Test Poicy Gemiums des DEBs an, kann man eine „interessante“ Übereinstimmung feststellen:

    Michael Pfuhl vom DEB - Technischer Director, stellv. Generalsekretär.

    Eben jener Pful war derjenige, der dann versuchte die NADA zur Testwiederholung zu bewegen, was diese aber natürlich ablehnten. Der Pfuhl war auch der, der die Testwiederholung nach 2 Stunden in Auftarg gab - dann im Namen des DEB. Eben jener Pfuhl war also auch gleichzeitig im Verbandsgericht (DEB Missed Test Policy Gremium).

    Was soll bei so etwas rauskommen als dass man etwas herunterspielen will? Der Rest des Gremiums trägt ja auch nicht gerade zur „Vertrauenssteigerung“ bei.

    Ebenso ist es erfreulich, dass die NADA scheinbar immer härter durchgreifen will und es auch tun sollte.
    Link: Kampf gegen Doping: "Wir müssen weg von unerreichbaren Normen" - Doping - Sport - FAZ.NET

  7. #7
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    mit was hat er denn gepopt ist es ein deutscher eishockeyspieler? wenn es so eine große aufregung war warum hab ich nichts in der zeitung hier in hamburg gelesen?
    Geändert von Conny (12.07.2008 um 08:53 Uhr)

  8. #8
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    Worum es genau geht steht doch ganz klar da. Da muss man lediglich die Postings lesen - vor allem den ganzen langen. Da stehen Ausgangslage und zusammenhängende Fragen ganz deutlich und leicht verständlich drin.

    Warum nichts in der Zeitung in Hamburg stand musst Du dann wohl die Medienvertreter dort fragen. Du kannst zur Not auch bei Google danach suchen - oder direkt Pressemitteilungen der NADA oder des DEBs zu dem Fall.

  9. #9
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    Was genau ist die Intension hinter deinen Postings ?

  10. #10
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    ich denk mal sportnews verbreitung

  11. #11
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    Und nun auch Hördler im "Visir"?

    Interessant dazu ist eben auch eine Veröffentlichung von heute:

    Eisbären Berlin Hördler hat Doping-Ärger mit DEB

    Die Eisbären haben erneut Ärger mit der nationalen Dopingagentur NADA!

    Nach Florian Busch (23), der im März eine Dopingprobe verzögerte, hat nun Frank Hördler (23) Ärger mit der NADA. Der Nationalverteidiger wurde vom DEB für einen Meldepflichtverstoß verwarnt.

    Michael Pfuhl, Dopingbeauftragter des DEB: „Die Spieler müssen viermal im Jahr ihre Aufenthaltsorte bekanntgeben, um Kontrollen zu gewährleisten.

    Hördler hat dies für das 2. Quartal 2008 nicht ordnungsgemäß getan.“ Im Wiederholungsfall innerhalb von 18 Monaten drohen Hördler, zurzeit im NHL-Trainingscamp der LA Kings, 3 Monate Sperre. ml
    Quelle: Eisbären Berlin: Hördler hat Doping-Ärger mit DEB - Bild.de

    Da das 2. Quartal 2008 ja vom 1.4. – bis 30.6. ging ist demnach also durchaus wahrscheinlich derselbe Zeitraum wie bei Busch denkbar … hat sich etwa Hördler "geschickter" aus der Affäre gezogen und dem NADA-Kontrolleur einfach nicht die Tür aufgemacht, statt diesen wie Busch mit unglaubwürdigen Ausreden an der Doping-Probe zu hindern?

    Es wird echt immer "interessanter".

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