Allgemeines
Die Motorrad-WM ist seit dem 26. März wieder voll im Gange. Der Begriff MotoGP steht für die Königsklasse des Motorradsports. Die MotoGP-Rennen finden im Rahmen eines Grand-Prix statt. Weitere Klassen sind die Achtel- und Viertelliterklasse. Eine WM-Saison besteht aus 17 Rennen in Europa und Übersee.
Wann sind die Rennen?
Alle Rennen und die meisten Abschlusstrainings werden im TV live übertragen. EUROSPORT ist auf dem Gebiet des Motorrad-Grand-Prix der führende Sender. Der schweizerische Sender SF2 und ATV (Österreich) übertragen ebenfalls (fast) alle Rennen live. Die MotoGP-Klasse startet jeweils sonntags (außer Niederlande und Katar samstags) um 14 Uhr.
MotoGP-Magazin
Zwei geschriebene Informationsquellen über die Grand-Prix-Szene sind besonders empfehlenswert. Die Motorsport aktuell (MSa) berichtet jeden Dienstag ausführlich über das Geschehen. Es gibt keine kompetentere Zeitschrift im deutschsprachigen Raum. Das Eurosport MotoMagazin erscheint monatlich. Das Hochglanzblatt besticht durch hervorragende Hintergrundinformation, vielen Interviews, Vorschauen und exklusivem Fotomaterial.
Rossi, Rossi. Rossi....
Der Star der MotoGP-Klasse ist Valentino Rossi. Der Italiener ist erst 27 Jahre alt und schon sieben Mal Weltmeister. Er ist der unbestrittene König des Motorradsports. Einige Experten glauben, dass er der beste Fahrer aller Zeiten ist. Rossi hat sich durch seine vielen Erfolge und seine genialen Showeinlagen zum ersten Medienphänomen seiner Branche entwickelt. Bei den Siegesfeiern erschien er schon mal verkleidet als Robin Hood, als Doktor mit weißem Kittel und Stethoskop, mit dicker Perücke, als Straßenkehrer oder als Sträfling. Auch in diesem Jahr dürfte er einige Überraschungen auf Lager haben.
Die Liste seiner Herausforderer ist lang. Rossis Gegner sind frustriert und rätseln über sein Erfolgsgeheimnis. Einige junge Fahrer haben den Fehdehandschuh aufgenommen. Vize-Weltmeister Marco Melandri zum Beispiel. Oder der US-Amerikaner Nicky Hayden. Spaniens Hoffnung Dani Pedrosa ist ebenfalls sehr talentiert. Bei den „Alten“ sind es die beiden Ducati-Piloten Loris Capirossi und Sete Gibernau, die Rossi im Kampf um die Krone noch am ehesten gefährlich werden könnten.
Deutschland und die Motorrad-WM
Deutschland spielt und spielte in der MotoGP-Klasse seltsamerweise immer nur eine untergeordnete Rolle. Obwohl deutsche Fahrer viele WM-Titel errangen (alleine Toni Mang wurde fünf Mal Weltmeister), gelang ihnen das nie in der Königsklasse. Noch schlimmer: Deutschland verbucht in dieser Klasse nur einen einzigen Sieg, den von Edmund Czihak im Jahr 1974 auf dem Nürburgring. Und das auch nur, weil die Stars streikten.
Dafür ist die Begeisterung für den deutschen Grand-Prix umso größer. Der findet seit 1998 auf dem Sachsenring statt. An den drei Tagen strömen zwischen 50.000 und 100.000 Zuschauer an die Strecke in der Nähe von Chemnitz. Nur das Motorradland Spanien kann bei seinen drei Grand-Prix-Rennen ähnliche Besucherzahlen vorweisen.
Die Maschinen/CCM/Technisches
Die Motorräder in der MotoGP-Klasse sind Prototypen. Seit 2002 beträgt der Hubraum 990 ccm. Der wird allerdings im kommenden Jahr auf 800 reduziert. Trotz viel Elektronik und ausgereifter Technik ist ein MotoGP-Motorrad sehr heikel zu fahren. 250 PS zerren am Hinterrad und verlangen vom Fahrer höchste Konzentration. Honda, Yamaha und Ducati bewegen sich auf ein ähnliches Leistungsniveau. Kawasaki und Suzuki bemühen sich um den Anschluss.
Bei den Reifen gab Michelin viele Jahre den Ton an. Mittlerweile ist das Lager in zwei geteilt, da auch Bridgestone-Piloten immer öfters mit Bestzeiten aufwarten. In den Rennen hatte bisher aber Michelin meistens die Nase vorn. Bridgestone könnte in diesem Jahr aber für die Überraschung sorgen. Die Dunlop-bereiften Motorräder (u.a. das von Alex Hofmann) büßen unterdessen viel Zeit gegenüber die Schnellsten ein.
Das Punktesystem
Das Punktesystem hat sich seit Anfang der 90er-Jahre bewährt. Der Sieger erhält 25 Punkte, der Zweite 20 und so weiter runter bis auf einen Punkt für Platz 15.

Da das Überholen auf zwei Rädern leichter als auf vier ist, gibt es bei Motorradrennen praktisch nie Langeweile. Nicht selten wechselt die Führung sogar in der letzten Runde mehr als einmal.
Man darf gespannt sein auf heisse Rennen, qualmende Reifen, und jubelnde Sieger auf der Ziel-Geraden........
MFG Tom