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Alt 30.07.2008, 11:09
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Standard Verbraucherschützer fordern härteres Vorgehen gegen Telefonwerbung

Im Kampf gegen unerlaubte Telefonwerbung halten Verbraucherschützer die Pläne von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) für nicht ausreichend. Der Gesetzentwurf, der am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden soll, enthalte zwar viele effektive Maßnahmen, aber die geplanten Bußgelder seien zu niedrig, kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Dienstag in Berlin. Grundsätzlich solle jeder telefonische Vertrag erst dann gültig werden, wenn er vom Kunden schriftlich bestätigt wird.

Der Gesetzentwurf sieht ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei telefonischen Verträgen vor, wie es bislang schon bei Haustür-Geschäften üblich ist. Nur bei langfristigen Verträgen – etwa beim Wechsel des Stromlieferanten oder der Telefongesellschaft – benötigt der neue Anbieter künftig eine schriftliche Erklärung des Kunden, dass dieser seinen Vertrag mit dem bisherigen Anbieter tatsächlich kündigen will.

Ferner soll bei unerlaubten Werbeanrufen künftig ein Bußgeld von 50.000 Euro drohen, weil das seit 2004 geltende Telefonwerbeverbot häufig missachtet wird. Wer zur Verschleierung der Identität die Rufnummer unterdrückt, muss mit Geldbußen von bis zu 10.000 Euro rechnen – wenn er denn identifiziert werden kann.

Angesichts der Millionengewinne böten diese Bußgelder aber kein ausreichendes "Abschreckungspotenzial", kritisierten die Verbraucherzentralen. Auch Jürgen Baier vom Call-Center-Betreiber Transcom beklagte: "Bei dem Gebaren einiger schwarzer Schafe in der Branche sind die angedachten Strafen noch nicht ausreichend."

Ob das Gesetz in der vorgesehenen Form den Bundestag und den Bundesrat passiert, ist ohnehin fraglich. Die Verbraucherminister der Bundesländer haben schon Nachbesserungsbedarf angemeldet. Ähnlich wie die Verbraucherschützer fordern sie die schriftliche Bestätigung eines telefonisch vereinbarten Vertrags. "Nachträglich kann man den zwar widerrufen, aber Scherereien sind so doch vorprogrammiert", sagte der Vorsitzende der Verbraucherschutzministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Otmar Bernhard (CSU). Es sei besser, der Vertrag komme am Telefon gar nicht erst zustande, sondern erst, wenn der Kunde das Angebot in Ruhe durchlesen konnte.

Zypries lehnt dies bislang ab, weil man dann auch jede telefonische Pizza-Bestellung schriftlich bestätigen müsse. Dieses Argument hält der vzbv jedoch für unsinnig. Schließlich sei es ein Unterschied, ob das Telefon ungewollt klingelt oder ob man selber aktiv zum Hörer greift, um ein Abendessen zu ordern. (dpa) / (pmz/c't)

Quelle: Heise.de
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Alt 01.08.2008, 01:54
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Standard "Bei Anruf Abzocke" - Verbraucher sind von Werbeanrufen zunehmend genervt

Sie schmeicheln, locken und tricksen: Wer den Mitarbeitern von Call Centern alles glauben würde, müsste schon längst ein Luxusauto, eine schöne Villa und Millionen auf dem Konto haben. Täglich werden unzählige Verbraucher auf Festnetz oder Handy mit Werbeanrufen genervt. Wer nicht aufpasst, an der falschen Stelle Ja sagt oder seine Bankdaten preisgibt, kann eine böse Überraschung erleben. Plötzlich ist er Abonnent einer Tierzeitschrift, hat einen neuen Handy-Vertrag oder den Stromanbieter gewechselt. Den schwarzen Schafen der Branche will die Bundesregierung mit einem Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett wie berichtet beschloss, das Handwerk legen – handelt sich damit aber auch Kritik ein, da die Regelungen unzureichend seien.

Das Gewerbe der "Anrufzentren" boomt. Der Jahresumsatz der Branche wird auf 12 Milliarden Euro geschätzt – mit stark steigender Tendenz. Nach Angaben des Call Center Forums Deutschland (CCF) arbeiten in rund 5700 Firmen rund 435.000 Beschäftigte. Wer in Vollzeit arbeitet, kann dort monatlich im Schnitt etwa 1800 Euro brutto verdienen. Viele Center locken Studenten und Aushilfen mit hohen Stundenlöhnen – die aber nur bei erfolgreichen Telefon-Abschlüssen gezahlt werden.

Besonders beliebt sind Lotto-Angebote. Damit der Angerufene ins Netz geht, versuchen die Telefon-Agenten oft, an die Kontonummer heranzukommen. Zur Begründung hört der Kunde: "Wir müssen den Gewinn doch überweisen können." Wie es in den Großraumbüros der Call Center zugeht, hat der Enthüllungsreporter Günter Wallraff dokumentiert. Er rasierte sich den Schnauzbart ab, setzte eine Perücke auf und schlich sich in Köln in ein großes Center ein, das vor allem Lottoscheine am Telefon verkauft. Wallraff schätzt, dass nur noch ein Drittel der Call Center vom seriösen Service-Geschäft der Kundenberatung im Auftrag von Unternehmen lebt.

"In den Call Centern, die sich ausbreiten wie eine Seuche, werden Leute zu Betrügern ausgebildet", kritisiert Wallraff nun. Die Mitarbeiter würden systematisch angewiesen, Verbraucher zu täuschen. "Es wird sehr stark über Telefondrücker gearbeitet. Den Leuten werden Dinge angedreht, die sie nicht brauchen oder die ihnen schaden." Die Meinungsforscher von forsa ermittelten im vorigen Herbst, dass 86 Prozent der Deutschen sich durch Werbeanrufe belästigt fühlen. Die Konsumforscher der GfK gehen von jährlich über 300 Millionen unaufgeforderten Anrufen aus.

Doch nicht nur die Angerufenen leiden unter dem "Telefonterror". Schichtdienst, Leistungsdruck und schlechtes Gewissen hinterlassen bei vielen Mitarbeitern ihre Spuren. Fast jeder dritte Call-Center- Beschäftigte wurde nach Angaben der Techniker Krankenkasse 2006 wegen einer "psychischen Störung" ambulant behandelt. Keine andere Berufsgruppe in Deutschland sei so stark betroffen. Auf die massive Kritik hat die Branche mit einem Ehrenkodex reagiert. Bald soll es eine zentrale Beschwerdestelle für Verbraucher geben.

Der Politik reicht das nicht. Im Gesetzentwurf von Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) sind Geldbußen bis zu 50.000 Euro vorgesehen. Call Centern wird verboten, mit unterdrückter Nummer anzurufen. Mehr Widerrufsrechte und die Pflicht zur Unterschrift bei langfristigen Verträgen (Strom, Gas, Telefon) sollen die Position der Verbraucher stärken. Den Bundesländern ist das Gesetz nicht scharf genug. Sie wollen eine schriftliche Betätigung – per Brief, Fax oder Mail – für alle Telefon-Geschäfte einführen. Zypries lehnt das ab, weil das auch für jede Pizza-Bestellung gelten müsse oder den Versandhandel erschwere. Verbraucherschützer halten das für unsinnig. Schließlich sei es ein gehöriger Unterschied, ob man am Telefon überrumpelt werde oder selber zum Hörer greife, um ein Abendessen zu ordern.

Quelle: Heise.de
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  #3 (Permalink)  
Alt 01.08.2008, 16:18
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Zitat:
Zitat von Dynamite Beitrag anzeigen
Wer nicht aufpasst, an der falschen Stelle Ja sagt oder seine Bankdaten preisgibt, kann eine böse Überraschung erleben
Quelle: Heise.de
der wo solche sachen verrät ist ja dumm wie Stroh


wen bei uns solche Leute anrufen wir immer aufgelegt

weil heutzutage gibt es nichts mehr umsonst
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  #4 (Permalink)  
Alt 01.08.2008, 16:47
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eben, ich wurde sicher niemanden meine bankdaten geben und schon garnicht am telefon.
__________________
Schreibfehler sind gewollte Spezialeffekte meiner Tastatur!!!
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  #5 (Permalink)  
Alt 02.08.2008, 00:21
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Das ist für mich ein Brief mit sieben Siegeln. Selbst meine Oma, die sonst viel am Telefon erzählt, hatte die Bankdaten nicht herausgegeben als die Person am Telefon danach fragte.
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