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Alt 18.12.2006, 22:25
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Michael Greis - mit 30 Jahren ein 'Spätberufener'


Foto: dpa

Der Biathlon-Olympiasieger Michael Greis wurde von der Internationalen Sportkorrespondenz (ISK) zum 'Sportler des Jahres' 2006 gewählt.

Michael Greis hatte ausnahmsweise schon bei der Anreise zum Biathlon-Weltcup nach Hochfilzen einen Anzug eingepackt. In Salzburg wartete der Privatjet, der den dreimaligen Olympiasieger, seine Freundin Katja und die Team-Kollegen direkt nach Baden-Baden brachte. 'Ich war noch nie bei der Ehrung der Sportler des Jahres. Umso mehr habe ich mich über die Einladung gefreut', sagte der Sportsoldat aus Nesselwang. 'Und wenn man uns einen Flieger schickt, werden wir bei der Umfrage nicht so schlecht abgeschnitten haben', meint er.

Obwohl der Allgäuer bereits seit 2004 eine feste Größe in der Weltelite ist, wurden seine drei Goldmedaillen in Turin vom breiten Publikum eher mit Staunen zur Kenntnis genommen. 'Mein Leben hat sich danach schon verändert, Anfragen für Interviews, Fernsehauftritte und PR- Termine häuften sich. Ich selbst bin aber der gleiche geblieben', bemerkt Greis, der zu den Leisen in der Szene gehört.

Um so klarer formuliert der 30-Jährige die hohen Ansprüche an sich selbst. Der Gesamtweltcup sei in diesem Winter ein Ziel, 'ob es aber schon klappt, ist eine ganz andere Frage. Auf jeden Fall will ich unter die ersten Drei.' Als der Norweger Ole Einar Björndalen mit fünf Siegen in fünf Rennen einen fabelhaften Einstieg in den Winter feierte, stachelte das in Greis den Kampfgeist noch an. 'Im Januar, Februar, wenn wir in Hochform sind, wollen wir dich knacken', kündigte er dem Norweger einen harten Kampf an.

Greis ist ein 'Spätberufener' im Biathlon. Als Kind fuhr er alpin, mit zwölf wechselte er in Nesselwang zum Langlauf. Ein Jahr später begann er mit Biathlon. Mit Beharrlichkeit und Akribie sowie dank der Geduld der Bundeswehr-Sportfördergruppe kämpfte er sich nach vorn und im Jahr 2000 - gefördert von Heimtrainer Fritz Fischer - endlich in die Weltcup-Mannschaft. Damals sagte man ihm nach, manchmal zu viel zu trainieren, nicht locker lassen zu können.

Ehrgeizig ist Greis immer noch, inzwischen hört er aber mehr in seinen Körper. Prompt sagte er das Staffelrennen ab, als er beim zweiten Weltcup des Winters eine Verhärtung im Rücken spürte: 'Der Winter ist noch lang - und der Höhepunkt die WM im Februar in Antholz.' Sein Hauptziel dort ist der Staffeltitel.

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