Erster Saisonsieg für Greis - Fischer Sechster
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Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis hat das Fehlen des bisherigen Dominators Ole Einar Björndalen genutzt und den deutschen Biathleten in Hochfilzen die Saisonsieg-Premiere beschert.
Durch den ersten Sprintsieg seiner Laufbahn verbesserte sich der 30 Jahre alte Allgäuer aus Nesselwang mit nun 230 Punkten auf die zweite Position im Weltcup hinter dem Norweger (250). Greis übernahm zudem das Rote Trikot als derzeit Bester in der Weltcup-Sprintwertung. Björndalen verzichtete auf das Rennen und will sich beim Langlauf-Weltcup im französischen La Clusaz einen Startplatz bei der nordischen Ski-WM sichern.
Der Oberhofer Sven Fischer rundete den tollen Auftritt der Deutschen über 10 Kilometer auf stumpfem Schnee als Sechster ab. Auch Andreas Birnbacher (Schleching) auf Rang zehn und der elftplatzierte Oberhofer Alexander Wolf, der damit die WM-Norm erfüllte, landeten mitten in der Weltelite.
Greis zeigte sich bei 'Kaiserwetter' in der Tiroler Biathlon-Hochburg mit der niedrigen Startnummer 14 bestens erholt von einer Verhärtung im Rücken, die zum Startverzicht im Staffelrennen geführt hatte und wegen der er kurzfristig zur Behandlung ins heimische Ruhpolding zurück gefahren war. 'Das war super richtig. Beim Laufen im Wettkampf spürt man zwar die Schmerzen nicht, doch vor allem beim Stehendschießen fand ich nicht meinen richtigen Anschlag', begründete Greis die Pause. 'Die Physiotherapie in Ruhpolding und hier in Hochfilzen hat geholfen. Ich spüre fast nichts mehr und konnte auf der Schlussrunde noch schön lang gleiten, ohne hektisch zu werden', erzählte er.
Dass es zum ersten nacholympischen Tagessieg reichte, stand erst nach Fischers Zieleinlauf mit der hohen Nummer 102 fest. 'Das lange Warten hat nicht genervt. Mir ist es jedenfalls lieber, vornweg zu laufen und dann zu warten als umgekehrt', meinte er zufrieden mit der Wahl der ersten Startgruppe. 'Klar war es gut für mich, dass Ole Einar Björndalen heute nicht dabei war. Doch ich spüre, wie die Form immer besser wird. Ich wünsche Ole viel Glück bei den Langläufern. Doch dann soll er wieder zurück kommen. Ich freue mich schon auf die Duelle mit ihm', sagte Greis zum Fehlen des Weltcup-Spitzenreiters.
Bundestrainer Frank Ullrich strahlte nach dem ersten Saisonsieg. 'Michi wird dadurch enorm Selbstvertrauen tanken. Wenn man einmal in die Strafrunde muss und trotzdem gewinnt, ist das ein prima Zeichen, dass die Laufform stimmt', bemerkte Ullrich. Bei seinen anderen Männern sah er noch kleine Reserven. 'Bei solch optimalen Bedingungen könnten auch Mal ein paar Nullerschützen dabei sein. Die Burschen werden sich ärgern', meinte er mit Blick auf die Ergebnisliste.
Ohne die Strafrunde hätte Fischer sogar gewonnen; Birnbacher und Wolf wären unter die ersten Sechs und damit ins Preisgeld gelaufen. 'Bis auf die eine Strafrunde ist es bei mir optimal gelaufen. Ob's am Ende langsamer war? Ich weiß es nicht und es ist müßig, darüber zu diskutieren. Mit dem Platz bin ich zufrieden', bemerkte Fischer und stürmte nach der Siegerehrung über die Bande zu Töchterchen Emilia Sophie.
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