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Alt 03.12.2006, 15:07
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DHB-Frauen hoffen auf EM-Überraschung


Foto: dpa

Ein Sieg im Abschlusstest hat das Selbstvertrauen gestärkt, die letzte Ungewissheit vor der Europameisterschaft jedoch nicht beseitigt: Frei nach dem Werbe-Slogan 'Entdecke die Möglichkeiten' reisen die deutschen Handball-Frauen nach Schweden.

Neun Jahre nach dem letzten Medaillengewinn hofft die DHB-Auswahl wieder auf einen großen Coup. 'Wir gehen guten Mutes und ohne Selbstzweifel in das EM-Turnier. Wir suchen die Herausforderung. Wenn wir an die spielerische Qualität von St. Petersburg anknüpfen, ist diese Mannschaft für eine Überraschung gut', erklärte Bundestrainer Armin Emrich im Rückblick auf den 6. Platz bei der WM im Vorjahr. Eine Prognose aber wollte er nicht abgeben: 'Ich wage nicht, mich aus dem Fenster zu lehnen und eine Platzierung vorzugeben.'

Beim 30:27-Erfolg in Elsenfeld gegen Spanien zeigte sich die deutsche Mannschaft zwar gegenüber dem 31:31 am Vortag gegen die Ibererinnen und dem letzten Platz beim Turnier in Norwegen eine Woche zuvor verbessert. Die Leistungsschwankungen aber konnte der Arbeitssieg nur unzureichend überdecken. 'Wir könnten besser in Schuss sein', befand denn auch Nadine Krause. Die Rückraumspielerin aus Leverkusen absolvierte in Elsenfeld ihr 100. Länderspiel und warf sowohl am Samstag als auch am Freitag in Darmstadt jeweils sieben Tore. 'Das war ein schönes Gefühl, das 100. Länderspiel zu bestreiten. Aber ich war nicht zufrieden, weil ich zu viel verworfen habe', bekannte die 24-jährige 'Handballerin des Jahres'.

Überhaupt krankte das deutsche Spiel zuletzt an der Chancenverwertung. 'Im Abschluss haben wir noch Reserven', urteilte die Leipziger Rückraumspielerin Nora Reiche und forderte: 'Wir müssen uns besser konzentrieren.' Zudem war nicht zu übersehen, dass die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) weniger eingespielt ist als im Vorjahr. Zum einen fehlte eine Woche Vorbereitungszeit, zum anderen hatten zahlreiche Leistungsträger Verletzungspausen zu überstehen. So waren Krause (Ellenbogen) und Reiche (Sprunggelenk) zeitweise außer Gefecht gesetzt. Die Leverkusener Torhüterinnen Clara Woltering (Mittelhandbruch) und Sabine Englert (Knochenabsplitterung am Daumen) sowie Linksaußen Nadine Härdter (Daumenbruch) sind erst kurz vor EM-Beginn in die Nationalmannschaft zurückgekehrt.

So bewegte sich die Abwehr noch etwas träge, im Angriff fehlten Ordnung und blindes Verstehen. 'Es lief noch nicht alles so rund wie es für eine offensive Abwehr nötig ist', bemängelte Emrich. Auch plagt ihn vor dem Auftaktspiel in der Vorrundengruppe B am Donnerstag in Göteborg gegen Polen noch die Frage, wer Nadine Krause im linken Rückraum entlasten soll. Trotzdem ist ihm nicht bange, weil er auf eine weitere Steigerung mit Beginn der Europameisterschaft vertraut. 'Ich freue mich auf diese EM und traue der Mannschaft ein gutes Turnier zu. Wir müssen daran anknüpfen, was wir in St. Petersburg bewegt haben. Wenn wir das wiederholen oder sogar verbessern, ist das Turnier ein Erfolg', sagte Emrich.

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