Gummersbach souverän, Flensburg desolat
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Jubel in Gummersbach, Katzenjammer in Flensburg: Unterschiedlicher hätten die beiden deutschen Handball-Spitzenteams kaum in die K.o.-Spiele der Champions League starten können.
Während die Westdeutschen nach dem 37:31-Sieg bei Medwedi Tschechow schon für das Viertelfinale planen können, steht der Vizemeister aus dem Norden nach der bitteren 31:41-Pleite bei RK Celje Pivovarna Lasko vor den Rückspielen am kommenden Wochenende bereits vor dem Aus. Der dritte deutsche Club, Meister THW Kiel, bestreitet sein Achtelfinal-Hinspiel an diesem Montag beim französischen Vizemeister Chambery HB.
Das deutsche Duell im EHF-Pokal entschied der SC Magdeburg mit 39:26 gegen die SG Kronau/Östringen eindeutig für sich. Mit demselben Resultat gewann der HSV Hamburg gegen Wisla Plock und steht damit bereits mit einem Bein im Viertelfinale des Pokalsieger-Wettbewerbs.
Für den Rekordmeister aus Gummersbach geriet die Reise nach Moskau zum Triumph. 'Heute klappte einfach alles', sagte der hoch zufriedene Trainer Alfred Gislason nach der Lehrstunde für den russischen Champion. 'Bis auf eine kurze Konzentrationsschwäche zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es gar nichts zu kritisieren.' Aus einer soliden Abwehr war der VfL vor allem mit Tempogegenstößen erfolgreich; der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson traf sieben Mal. Allerdings vergab das Team eine noch bessere Ausgangsposition für das Rückspiel, als es nach einer 37:28-Führung noch drei Gegentore zuließ.
Von Gummersbach hätte sich auch die SG Flensburg-Handewitt etwas abschauen können. In den Gruppenspielen hatte der VfL das slowenische Team aus Celje noch auf Platz zwei verwiesen, für die Norddeutschen waren die Slowenen in der Neuauflage des Champions-League-Finales von 2004 nun eine Nummer zu groß. 'Wer in dieser Saison garantiert noch einmal Champions League in Flensburg sehen möchte, sollte sich für Freitag eine Karte sichern', sagte der resignierte Geschäftsführer Thorsten Storm unter dem Eindruck des Debakels. Noch nie hatte Flensburg in einem Pflichtspiel so viele Gegentreffer kassiert - das Minimalziel Viertelfinale ist damit praktisch unerreichbar. Storm haderte vor allem mit der Chancenverwertung gegen den überragenden Torhüter Gorazd Skof. 'Celje war keine Übermannschaft', sagte er.
Magdeburg, das den EHF-Pokal 2001 gewonnen hat, deklassierte den Ligakonkurrenten Kronau/Östringen auch ohne den grippekranken Stefan Kretzschmar. Bereits zur Pause führte der SCM in Dessau mit neun Toren und konnte sich auch danach auf den starken Nationaltorhüter Johannes Bitter verlassen. 'Das war top. Heute hat alles funktioniert, und Johannes hat grandios gehalten', sagte Kretzschmar.
Überraschend deutlich siegte auch der HSV. Allerdings warnte Trainer Martin Schwalb trotz des Erfolgs mit 13 Treffern Vorsprung vor dem Rückspiel beim polnischen Meister. 'Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass es das war', meinte er. Das dennoch beruhigende Polster verschafften sich die Hamburger erst durch den Endspurt mit sechs Toren in Serie zwischen der 55. und 59. Minute.
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