Riesch nach Sensations-Comeback: 'Schönster Sieg'

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Nach zwei Jahren als 'Pech-Marie' schien wieder die Sonne für die Hoffnungsträgerin der deutschen Alpinen: Maria Riesch schaffte beim ersten Abfahrts-Weltcup ein Sensations-Comeback und gewann elf Monate nach ihrem zweiten Kreuzbandriss überraschend in Lake Louise.
'Das ist mein schönster Sieg. Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich zurückkomme, aber auch nicht damit gerechnet, dass ich so schnell wieder vorn bin', sagte die 22-Jährige, die bei ihrem insgesamt vierten Weltcupsieg in 1:51,32 Minuten vorn lag.
Fassungslos vor Freude umarmte sie im Ziel ihre zweitplatzierte Freundin Lindsey Kildow (USA), die ihr während der Verletzungen stets beigestanden hatte. Mit dem Erfolg verschaffte die Partenkirchenerin der in den vergangenen Jahren von Verletzungen und Rücktritten gebeutelten Alpin-Sparte des Deutschen Skiverbandes (DSV) weiteren Rückenwind. 'Das tut uns Alpinen schon sehr gut. Das zeigt auch, welches Potenzial wir in der Olympia-Saison gehabt hätten', sagte Alpin-Sportdirektor Wolfgang Maier, der vor diesem Winter neun Jahre lang Damen-Cheftrainer gewesen war.
Maria Riesch profitierte in den Rocky Mountains auch von ihrer vorderen Startnummer zehn. Bei noch günstigen Sichtverhältnissen zeigte sie eine couragierte, fehlerfreie Fahrt. Nach dem Sturz der Schwedin Jessica Lindell-Vikarby, die mit dem Hubschrauber von der Strecke gebracht werden musste, war das Rennen für gut 20 Minuten unterbrochen. Die hinteren Startnummern hatten dann mit einem dunkleren Licht zu kämpfen. 'Das Glück war sicherlich auf meiner Seite, aber bei dem Pech, das ich gehabt habe, war das vielleicht ein Ausgleich', meinte Maria Riesch.
Den ersten deutschen Damen-Sieg seit dem Erfolg der inzwischen zurückgetretenen Hilde Gerg in St. Moritz am 21. Dezember 2004 widmete Maria Riesch ihrer Familie, dem Freund und den Trainern: 'Sie alle haben immer an mich geglaubt.' Nach 62 Rennen ohne deutschen Sieg warnte der neue Cheftrainer Mathias Berthold vor zu viel Euphorie. 'Wir sollten jetzt den Ball flach halten. Der nächste Schritt für Maria wäre, sich jetzt mit Ergebnissen unter den besten zehn zu stabilisieren', meinte der Österreicher und setzt dabei auch auf Riesch selbst: 'Sie ist sehr vernünftig und realistisch.'
Hinter Riesch konnten sich die anderen Deutschen nicht in Szene setzen. Gina Stechert (Oberstdorf) als 35. und Fanny Chmelar (Partenkirchen) auf Platz 40 vergaben Weltcup-Punkte mit Fahrfehlern vor dem Flachstück. Stefanie Stemmer (Rottach-Egern) wurde 42. 'Das ist ein junges Team, was hinter Riesch gedeiht. Ich bin mir sicher, dass wir wieder ein Klasse-Damenteam haben werden', sagte Berthold. Petra Haltmayr (Rettenberg), die auf dem 'deutschen Berg' schon zwei Mal gewonnen hatte, wurde 48. und hofft in der Abfahrt und dem Super-G auf eine bessere Materialabstimmung.
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