Keine weiteren USA-Rennen: Alpiner Weltcup im Chaos

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Der alpine Weltcup steht vor einem großen Termin- und Imageproblem. Nachdem wegen der warmen Witterung bereits sechs Rennen in Europa abgesagt werden mussten, ist es nun auch nicht möglich, die derzeit laufende Nordamerika-Tournee zu verlängern.
Dem US-Skiverband fehlten zur Durchführung der Rennen 350 000 Euro, sagte der Renndirektor des Internationalen Skiverbandes FIS, Günter Hujara, vor den vier Rennen in Beaver Creek. 'Das ist einer der frustrierendsten Momente, seit ich im Skirennsport dabei bin. Und das sind immerhin schon 32 Jahre', sagte der ehemalige deutsche Cheftrainer enttäuscht. 'Wir haben hier exzellente Verhältnisse und hätten unseren Sport ausgezeichnet präsentieren können.' Sogar die meisten europäischen TV-Stationen hätten trotz Fußball-Champions-League mitgespielt. Doch der US-Verband schaffte es nicht, die etwa zwei Millionen Euro teuren Zusatzrennen zu finanzieren. Erschwerend hinzu kam die immer noch fehlende zentrale Vermarktung, mit der die FIS seit Jahren am Widerstand einiger Mitgliedsverbände scheitert.
In Beaver Creek finden bei besten Bedingungen und fast einem Meter Neuschnee von diesem Donnerstag bis Sonntag vier Herren-Rennen statt. Während die Damen im kanadischen Lake Louise bei Temperaturen von unter minus 30 Grad zittern, ist im für die Jahreszeit viel zu warmen Europa oft nicht einmal an die Produktion von Kunstschnee zu denken.
Wann und wo die nächsten Weltcup-Wettbewerbe möglich sind, ist derzeit völlig offen. Die Speed-Rennen im italienischen Gröden am 15. und 16. Dezember sind alles andere als gesichert: Dort hoffen die Organisatoren bis zur Entscheidung am 05. Dezember auf sinkende Temperaturen. Noch schlechter sieht es in Val'Isère (Frankreich) aus, wo nach den bereits abgesagten Herren-Rennen auch die Damen- Konkurrenzen am 16./17. Dezember auf der Kippe stehen. Im Gegensatz zu den nordischen Disziplinen brauchen speziell die alpinen Speed- Wettbewerbe viel Kunstschnee, weil auch die Sturzräume gesichert werden müssen.
Weitere Rennabsagen bis Weihnachten wären nicht nur für das Image des alpinen Weltcups, sondern auch für die Industrie ein Desaster. Die Skifirmen befürchten bereits jetzt große Einbußen im Weihnachtsgeschäft. Von daher wächst der Druck auf die FIS, sobald wie möglich Rennen in Europa stattfinden zu lassen. Sogar ein Gletscher-Rennen im österreichischen Sölden ist wieder im Gespräch.
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